Aus: Einladung zur Gründungsversammlung für den Grossverkehrsflugplatz Zürich-Kloten, 1943
2011 Nach den Abstimmungen von 2007 und 2009 stand für den Flughafen in diesem Jahr ein weiterer schicksalshafter Volksentscheid an. Die Behördeninitiative «Keine Neu- und Ausbauten von Pisten» verlangte ein Verbot von Planung und Bau neuer Pisten sowie von Verlängerungen bestehender Pisten. Der Gegenvorschlag des Vereins«Flugschneise Süd – Nein» ging mit der zusätzlichen Forderung nach einem rückwirkenden Verbot von neuen Schnellabrollwegen und neuen Flugrouten gegenüber 2000 noch weiter. Zusätzlich hätte er wichtige Entscheide des Flughafen-Verwaltungsrates auf Jahre hinaus blockiert. Letztlich forderten die beiden Vorlagen etwas, das die Stimmberechtigten schon vor vier Jahren deutlich abgelehnt hatten: Einen Entwicklungsstopp für den Lufterkehr. Diese Plafonierung sollte nun durch die Hintertür mit untauglichen Massnahmen wieeinem Planungs- und Bauverbot eingeführt werden. Mit 58.2% und 68.23% wurden die Behördeninitiative bzw. der Gegenvorschlag vom Volk wuchtig abgelehnt. Wiederum zeigte sich, dass die Zürcherinnen und Zürcher für einen zukunftsorientierten und wirtschaftlich soliden Flughafen einstehen.
2010 Mit der Veröffentlichung des Schlussberichts im Februar endet der Koordinationsprozess zum «Objektblatt Flughafen Zürich». Damit ist die erste Hauptphase des Sachplans Infrastruktur der Luftfahrt (SIL) abgeschlossen. Mit der Anhörung von Kantonen, Gemeinden und Privatpersonen nimmt im Sommer das formelle Verfahren zum Erlass des SIL-Objektblattes seinen Anfang. Bis Ende Oktober gehen beim Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) mehr als 15‘000 Eingaben ein. Der Regierungsrat veröffentlicht im Dezember seine Stellungnahme. Neben den beiden Varianten, die auf dem heutigen Pistensystem basieren, begrüsst der Regierungsrat zusätzlich die Variante, welche zwei Pistenverlängerungen vorsieht, weil dadurch eine wichtige Möglichkeit für Lärmoptimierungen offengehalten werde. Im Oktober wird die Beschwerde über die Erklärung der Teilungültigkeit des Gegenvorschlages des Vereins Flugschneise Süd Nein (VFSN) durch das Bundesgericht partiell gutgeheissen. Entgegen der Meinung von Regierungs- und Kantonsrat sieht das Bundesgericht die Einheit der Materie und den Zusammenhang der Forderungen des Gegenvorschlages mit der Vorlage des Kantonsrates gewahrt.
2009 Der Kantonsrat lehnt im Februar die «Plafonierungsinitiative II» definitiv ab. Die Initiative «Keine Neu- und Ausbauten von Pisten» wird entgegen dem Antrag des Regierungsrates zur Annahme empfohlen. Der im August vorgelegte SIL-Schlussbericht des Bundes stützt dagegen die Position des Regierungsrates: Die Berechnungen des Bundesamts für Zivilluftfahrt (BAZL) zeigen deutlich, dass die beiden hängigen Flughafen-Initiativen («Verteilungsinitiative» und «Keine Neu- und Ausbauten») eine Entlastung der Bevölkerung verhindern. Die «Verteilungsinitiative» würde sogar zu einer höheren Lärmbelastung führen. Folgerichtig wird diese am 27. September vom Zürcher Stimmvolk mit 75,2 % Nein-Stimmen klar verworfen. Im November erklärt der Kantonsrat den im April eingereichten Gegenvorschlag des Vereins Flugschneise Süd - NEIN (VFSN) zur Initiative «Keine Neu- und Ausbauten von Pisten» für teilungültig. Die Initianten erheben Beschwerde an das Bundesgericht. Im gleichen Monat legt der Zürcher Regierungsrat den Bericht 2008 sowie ein Massnahmenkonzept zum Zürcher Fluglärm-Index (ZFI) vor.
2008 Der regierungsrätliche Bericht zum Zürcher Fluglärm-Index (ZFI) vom Mai zeigt, dass mit der Volksabstimmung vom 25. November 2007 der richtige Weg für den Lärmschutz eingeschlagen worden ist. Im Juni beschliesst der Bund ein Nein zum gekröpften Nordanflug und die Fortsetzung des SIL-Prozesses. Im Oktober empfiehlt der Zürcher Regierungsrat die Behördeninitiative «Keine Neu- und Ausbauten von Pisten» zur Ablehnung. An der Generalversammlung vom 4. November wird Nationalrat Max Binder als neuer Präsident von Pro Flughafen gewählt. Neu in den Vorstand gewählt werden Ständerat Felix Gutzwiller sowie die beiden Kantonsräte Peter Reinhard und Beat Walti. Das Amt des Quästors übernimmt Alex Rüegg. Rainer Hiltebrand, Chief of Staff Flughafen Zürich AG, Jürg Hänni, Chief Operations Tower and Approach Skyguide, und Christian Bretscher, Geschäftsfüher Pro Flughafen, beleuchten die Möglichkeiten und Chancen moderner An- und Abflugverfahren am Fughafen Zürich. Diese versprechen erhebliche Vorteile für Flughafen, Airlines, Anwohner und Umwelt. Der Flughafen Zürich, Skyguide und Swiss arbeiten gemeinsam an der Entwicklung entsprechender Verfahren, um in der Lärmfrage voranzukommen. Im Dezember empfiehlt die Kommission für Energie, Verkehr und Umwelt (KEVU) des Kantonsrates die «Plafonierungsinitiative II» und die «Verteilungsinitiative» zur Ablehnung. Die Behördeninitiative «Keine Neu- und Ausbauten von Pisten» wird entgegen dem Antrag des Regierungsrates zur Annahme empfohlen.
2007 Das Jahr steht im Zeichen des Engagements gegen die fatale «Plafonierungs-Initiative». Nach intensiven Vorarbeiten und Diskussionen beschliesst der Kantonsrat einen Gegenvorschlag, der den Lärm begrenzt, die Mitbestimmung der Bevölkerung stärkt und Entwicklungsmöglichkeiten für den Flughafen offen lässt. Am 25. November sprechen sich die Stimmberechtigten des Kantons Zürich klar für eine vernünftige Flughafenpolitik und einen leistungsfähigen Flughafen aus: Mit 2/3-Mehrheit wird die «Plafonierungs-Initiative» abgelehnt und der Gegenvorschlag des Kantonsrates «ZFI plus» angenommen. Mit dem Zürcher Fluglärm-Index (ZFI) kann nun ein Instrument eingeführt werden, das eine kontinuierliche und sachliche Diskussion über die Belastung der Bevölkerung ermöglicht.
2006 Ruedi Hatt tritt aus dem Kantonsrat und als Präsident des Komitees Pro Flughafen zurück. Neuer Präsident des Komitees wird Thomas Heiniger, Kantonsrat und Stadtpräsident von Adliswil. Seit dem 11. April 2006 ist Pro Flughafen als Verein organisiert. Im Zusammenhang mit der Kandidatur für den Zürcher Regierungsrat hat Thomas Heiniger am 18. September sein Amt zur Verfügung gestellt. Christian Bretscher wird bis zur Wahl eines Nachfolgers als geschäftsführender Präsident eingesetzt. Im November wird die Behördeninitiative «Keine Neu- und Ausbauten von Pisten» eingereicht.
2005 National- und Ständerat diskutieren in der Sommersession den Bericht des Bundesrates zur Luftfahrt. Die zentrale Bedeutung des Hubs Zürich für die Schweiz wird fast einhellig anerkannt. Die im Juli 2004 eingereichte Volksinitiative unter dem irreführenden Titel «Volksinitiative für eine realistische Flughafenpolitik» fordert eine Reduktion der Flugbewegungen auf maximal 250’000 und die Ausdehnung der Nachtflugsperre auf neun Stunden. Im Juni 2005 erscheint eine Studie vom Büro Infras im Auftrag vom Amt für Verkehr Kanton Zürich (AFV), welche die fatalen Auswirkungen weiterer Einschränkungen für den Flughafen Zürich belegt. Die in der Volksinitiative geforderten Einschränkungen würden im Wirtschaftsraum Zürich bis zu 56’000 Arbeitsplätze und Volkseinkommen von 7,5 Milliarden Franken zerstören.
2004 Am 16. Februar reicht der Bundesrat Klage gegen die deutschen Anflugsbeschränkungen am Flughafen Kloten beim Europäischen Gerichtshof ein. Am 17. Februar startet das BAZL die öffentliche Anhörung über das vorläufige Betriebsreglement für den Flughafen Zürich. Der Versuch einer Mediation wird am 16. Juli abgebrochen. Ende Dezember – 51 Jahre nach dem letzten Bericht zur Luftfahrt – hat der Bundesrat eine Neuauflage genehmigt. Oberstes Ziel: Sicherstellung einer optimalen Anbindung der Schweiz an die europäischen und weltweiten Zentren.
2003 Am 4. April erlässt Deutschland wie angekündigt eine gegenüber dem Vertragstext strengere Verordnung mit einschränkenden Bestimmungen für die Benutzung des deutschen Luftraums, setzt diese per 17. April 2003 in Kraft und kündigt für den 10. Juli eine weitere Verschärfung an. Um unmittelbaren wirtschaftlichen Schaden sowohl für den Flughafen Zürich als auch die Swiss abzuwenden, ordnet der Bund eine provisorische Änderung des Betriebsreglements für den Flughafen an. Am 10. Juni legt der Bundesrat bei der Europäischen Kommission Beschwerde ein gegen die deutschen Flugbeschränkungen. Die Beschwerde wird am 5. Dezember abgelehnt. Am 15. Dezember ergreift der Bundesrat Rekurs gegen den EU-Entscheid. Christian Bretscher tritt die Nachfolge von Geschäftsführer Max Korthals an.
2002 Der Nationalrat lehnt am 19. Juni den Staatsvertrag mit 109 zu 79 Stimmen ab. Am 12. Dezember 2002 weist auch der Ständerat den Staatsvertrag zurück, «damit der Bundesrat Gelegenheit hat, mit Deutschland Verhandlungen über eine Anpassung des Abkommens zu führen».
2001 Der Bundesrat erlässt am 30. Mai die neuen Belastungsgrenzwerte für den Lärm von zivilen Flugplätzen (Anhang 5 zur LSV). Am 18. Oktober unterzeichnet Bundesrat Moritz Leuenberger in Bern einen Staatsvertrag mit Deutschland, der praktisch in allen Teilen den Forderungen des nördlichen Nachbars folgt.